Samstag, 23. Juni 2012

Jedenfalls....is der Kopp dicker als der Hals


Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe meines Blogs! Nach einem sehr ereignisreichen Mai war es diesen Monat etwas ruhiger hier bei mir in Cary. Meinen letzten freien Tag vor der Rückkehr meiner Gastfamilie habe ich genutzt, um mit ein ein paar Freunden in den berühmt-berüchtigten Freizeitpark Carowinds zu fahren. Ab ins Auto also und sich im knapp 3 Stunden entfernten Achterbahnpark ordentlich durchrütteln lassen. So wie alles in den USA, sind natürlich auch die Freizeitparks eine Nummer größer als gewohnt. Das Phantasialand erscheint einem dagegen regelrecht schnuckelig. Die Fahrt auf dem "Nighthawk" hat mich einige Überwindung gekostet: Man liegt und fährt mit dem Kopf voran und fliegt dann quasi wie Superman (außer, dass man sich natürlich 500 Mal überschlägt und nachher nicht mehr weiß, wo oben und unten ist) durch die Luft. Man legt hier auch weniger Wert auf eine thematische Einbettung der Achterbahnen. Während man im Phantasialand in der Warteschlange der "Black Mamba" (oder von Jane liebevoll "die schwatte Mammmba" genannt) noch von als "Wilde" köstümierten Dunkelhäutigen (irgendwie rassistisch) und Trommelmusik voll aufs Afrikathema eingestimmt wird, reihen sich Carowinds Achterbahn an Achterbahn ohne viel Schnickschnack. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß und sind mit leichtem Schleudertrauma wieder nach Hause!

Hier machen wir gerade die Carolina Boardwalk Themenwelt unsicher. Leider habe ich es natürlich versäumt auch nur ein einziges Foto von einer Achterbahn zu machen...



Warten aufs 4D-Songebob-Kino
Auch hier - vor allem an uns Deutschen und anderen Europäern - geht die Fußball EM natürlich nicht spurlos vorrüber. Meine Gastmutter Antje hat aus dem Deutschland-Urlaub Fanmaterial mitgebracht, damit wir in Zukunft auch immer Stilecht unterwegs sind. Die Spiele, die nicht am Wochenende stattfinden, sind natürlich etwas schwieriger für uns zu verfolgen, da sie für uns mitten am Tag übertragen werden. Aber mithilfe von WDR2 online Radio konnte ich bisher jedes Spiel verfolgen. Das letzte Spiel haben wir live im TV gesehen. Wir haben den Ton ausgeschaltet und dazu den Deutschen Radiokommentar gehört. Antje und ich sind uns einig: Es macht vielmehr Spaß, wenn die Kommentatoren parteisch sind und sich richtig für Deutschland mitfreuen.

                                             


Überhaupt muss ich sagen, dass ich hier in den USA zu einem wahren Deutschland-Liebhaber geworden bin. Natürlich spielt das Heimweh eine große Rolle und man findet natürlich immer das besser, was man gerade nicht haben kann, ganz getreu dem Motto "The grass is always greener on the other side". Wer weiß also, ich alles auch noch so toll finde, wenn ich wieder in Deutschland lebe. Ich habe hier Deutschland jedenfalls sehr zu schätzen gelernt und auch unser Ruf ist im Ausland um einiges besser, als ich gedacht habe. Ich werde hier ganz sentimental, wenn es um meine Heimat geht und als die deutsche Fußballelf die Nationalhymne angestimmt hat musste ich fast anfangen zu weinen (peinlich!). Bald ist auch schon die Hälfte geschafft. Und das Beste: Mama und Detti kommen und versüßen mir das Bergfest!! Juchu!!! Wer hätte gedacht, dass man sich mit 24 nochmal so darauf freut, seine Eltern zu sehen :D

Facebook sei dank! Da teilt man seinen Herzschmerz mit und kriegt gleich lieben Zuspruch von Freunden und Familie.
Übrigens: Diese Jacke ist ja wohl superschön! Wer also 65 Euro übrig hat, möge sie mir doch bitte zukommen lassen ;)

Montag, 4. Juni 2012

Ich glaub, ich steh im Wald

Ich muss an dieser Stelle nur mal eben ein paar Worte über die Fauna hier in den Staaten, bzw. in NC loswerden. Für mich als einen an der Tierwelt interessierten Menschen ist es total spannend zu sehen, wie viel "wilder" es hier zum Teil zugeht. So stand ich noch vor 30 Minuten auf dem Parkplatz des von mir viel frequentierten 2$ Kinos, als einfach mal seelenruhig ein Cojote an mir vorbei spaziert. Etwas weniger exotisch, aber dafür zahlenmäßig weit überlegen: Der Waschbär (racoon). Gestern abend habe ich einer Waschbärenfamilie, die auf der Autobahn herumgelaufen ist, das Leben gerettet, indem ich rechtzeitig ausgewichen bin (Habe dafür von meinem Hostdad, der mit im Auto saß, ein anerkennendes "nice job" zu hören gekriegt). Wie berichtet, habe ich auch schon wilde Alligatoren und Delphine gesehen. Schlangen und Eidechsen im Garten oder Bär im Gefrierfach sind hier keine Seltenheit. Hier gibts keine Amseln, dafür den knallroten Kardinal (aber die deutschen Vögel zwitschern schöner). Jeden Abend zirpen die Grillen und leuchten die Glühwürmchen (und stechen die Mücken - ich habe hier so viele Mückenstiche, wie noch nie zucor in meinem Leben, vermutlich schmecke ich den amerikanischen Mücken besser, als den deutschen; jedenfalls lernt man hier schnell auf die harte Tour, sich immer einzusprühen). Die meisten anderen "Begegnungen" mit wilden Tieren finden allerdings leider eher auf der Autobahn und plattgefahrener Form statt. Die Spitzenplätze auf der List of Roadkill belegen definitiv Opposum und Eichhörnchen. Ernsthaft, ich habe noch NIE ein lebendiges Opposum gesehen, dafür seh ich aber täglich mindestens 3 Tote (wer weiß, wieviele von denen wirklich tot sind, die tun ja manchmal nur so). Eichhörnchen verlieren hier sehr schnell den Niedlichkeitsfaktor. Sie sind einfach überall und auch überhaupt nicht scheu. Ansonsten habe ich von Reh über Schildkröte (und leider auch einige Hunde und Katzen) schon alles am Straßenrand gesehen. Nicht weit bleiben da übrigens auch immer ein paar Aasgeier. Ich versuche jedenfalls immer eine ausgewogene Mischung zwischen sicherer Fahrweise ohne plötzliche Ausweichmanöver und einer Fahrweise, die nicht zu vielen Tieren das Leben kostet, zu finden. Dafür höre ich dann morgens im Auto: "Danke, Becci, dass du das Eichhörnchen nicht totgefahren hast."