Mittwoch, 24. Oktober 2012

I'm falling for fall


Einen schönes Wochenende, alle miteinander! Diesen Blogpost möchte ich gerne dem wunderschönen Herbst hier widmen. Von allen Jahreszeiten, die ich hier bisher durchlebt habe, gefällt mir der Herbst in North Carolina am besten. Endlich ist es nicht mehr so schwül, die Temperaturen pendeln sich bei angenehmen 20-25C° ein und trotzdem ist es herrlich sonnig. Noch einige Gründe mehr, den Herbst zu lieben: Football-Saison, State Fair, Halloween, filmreifer Wahlkampf für das Präsidentschaftsamt (den Aufstellern in den Vorgärten meiner Nachbarn zufolge wohne ich deutlich in einer Romney-favorisierenden Gegend), Thanksgiving...

Collegefootball ist hier GROß! Ganz Raleigh ist auf den Beinen, wenn NC State spielt. Viel wichtiger als das eigentliche Spiel ist aber das sogenannte Tailgating vor dem Spiel (und auch noch währenddessen). Dazu trifft man sich auf den Parkplätzen rund ums Stadion und..ja..was macht man eigentlich? Feiern, essen, trinken und spielen. Die Pickup-Trucks werden mit allem beladen, was nicht niet- und nagelfest ist (Grill, Kühlboxen, Bier-Pong-Tisch, Campingstühle, Pavillion) und dann gehts los. Eine Riesenfete, auf der man dann auch gleich einen Hauch Collegeluft schnuppern kann. Wir befanden uns beim Tailgating in der sogenannten "Frat-Area", sprich die Gegend, in der alle Fraternities (Studentenverbindungen, ja, die mit den griechischen Buchstaben) ihre Privatzelte mit angelieferten Polstermöbeln aufgebaut hatten. Dieses spezielle Tailgating war übrigens auch gleichzeitig die Abschiedsfeier für meine liebe Freundin Charlotte, die nun in ihre Heimat Australien zurück kehrt.

Ja, ab und zu stürzen wir uns hier auch ins Nachtleben. Hier sind wir allerdings eher auf einem Bullen ins Nachtleben geritten. Nix mit schickem Nachtclub hier...nein, stattdessen ging es ins "City Limits" (aka Shitty Limits), eine Art Saloon/Country-Bar. Die Auswahl ist hier leider ziemlich begrenzt, wenn man unter 21 ist. Und da ich alleine ja auch nicht ausgehen möchte, muss man nehmen was man kriegt. Naja, mit der richtigen Einstellung kann man auch hier Spaß haben!

Janine und Christina haben es todesmutig mit dem mechanical bull aufgenommen. Und sogar länger als 10 Sekunden ausgehalten!

http://de.wikipedia.org/wiki/Redneck  Ja, lest mal diesen Wiki-Eintrag, dann wisst ihr bescheid, was da so für Leute unterwegs waren. Cowboyhut und -stiefel waren hier eindeutig das beliebteste Mode-Accessoire. Neben normaler Musik lief da ca zu 60% nur Countrymucke und da gehört Shania Twain noch zu den erträglicheren ihrer Gattung.

Dieses Bild muss ich an dieser Stelle stolz präsentieren. Benjamin hat nämlich das erste Mal alleine gegessen.

Oktober ist Breast Cancer Awareness Month, oder auch "Pinktober". Um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen, tragen die Footballspieler hier im Oktober pinke Schuhe und Sportausstattung. Drollig!

Jedes Jahr im Oktober findet in Raleigh die North Carolina State Fair statt. Ursprünglich mal eine Landwirtschaftsaustellung und ein Wettbewerb für die besten landwirtschaftlichen Produkte (die größten Kürbisse, die leckersten Marmeladen, die besten Kuchen) ist die 10-tägige Veranstaltung heute eine Art Riesenkirmes. Das Ganze ist eigentlich wie eine Dorfkirmes auf Steroiden. Oder so wie ich mir das Oktoberfest in München vorstelle, nur ohne Bierzelte. Für Anhänger der gesunden Ernährung muss das ein Graus sein - hier wird alles frittiert. Egal ob Käsekuchen, Oreokekse, Snickers, Icecreme, Hamburger oder Mac'n'Cheese, alles gibts hier deep fried. Jeden Abend gibt es zum Abschluss ein Feuerwerk. Ich persönlich finde das alles natürlich grandios!

Hier bezahlen Leute tatsächlich 50 Cent, um sich eine angebliche Riesenschlange anzugucken.



Hier ein besonderes Schmankerl - Sampson, das Riesenpferd. Am besten finde ich den Slogan "Größer als Bigfoot". Weil Bigfoot ja erwiesenermaßen existiert UND man außerdem auch genau weiß, wie groß der ist!

Und wem Sampson nicht spektakulär genug war, der kann sich gleich danach noch das KLEINSTE Pferd der Welt anschauen!

Dieses Wunderwerk der Technik analysiert gegen den lächerlich geringen Preis von 3 Dollar deine Persönlichkeit anhand deiner Handschrift. Und danach wird man wahrscheinlich übernacht erwachsen, so wie Tom Hanks im Film "Big". Aber halt, ich bin ja schon erwachsen. Doof.

Preisgekrönte Marmeladen

Herbst ist Kürbiszeit! Da gönn ich mir doch glatt mal ein eiskaltes Kürbis-Bier. Hmm, lecker (wirklich!).

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Walmart liebe? Wenn nicht, dann möchte ich das nun an dieser Stelle gerne tun: Ich liebe Walmart. Ein Bummel durch eine beliebige Walmart-Filiale kann mich locker 3 Stunden beschäftigen. Was man hier alles für Schätze entdeckt, ist unfassbar! Anlässlich Halloween kann man hier z.B. Süßigkeiten-Körperteile (abgeschnittene Ohren, Füße, Innereien...) kaufen. Yummy!

Und alle Süßigkeiten sind plötzlich in Kürbisform erhältlich. Auch gesehen: Snickers in Kürbisform


Sehr kurz war ich versuchen, dieses Schmuckstück als Ergänzung zu meinem Katzen-T-Shirt zu kaufen. Gabs aber leider nicht mehr in meiner Größe. Schade.

Oder doch lieber die hier?
Trick or Treat!


Diese Pyjamas haben Henriikka und ich übrigens tatsächlich erstanden. Super warm und gemütlich, nur ein bißchen unpraktisch, wenn man mal aufs Klo muss


Letztes Wochenende haben wir Mädels uns zum Kürbis-Schnitzen verbredet. Das war ein wunderzauberhafter Herbstwohlfühltag. Nebenher haben wir Kürbis-Apfel-Streusel-Muffins gebacken und dazu Apfelpunsch getrunken. 

Nachdem wir uns jeder einen schönen Kürbis ausgesucht hatten, ging die Arbeit los: Schnitzen, was das Zeug hält!

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 3 Jack-o-lanters, einen I Love NC Kürbis und einen Hello Kitty Kürbis

Nanny-Treff. Hier machen es sich grad Benjamin, Annie und Coreen gemütlich. Wir haben zusammen einen Spaziergang durch die Nachbarschaft gemacht und uns die Halloween-Dekorationen angesehen







Sonntag, 7. Oktober 2012

I'm lucky I'm in love with my best friend, I'm lucky to have been where I have been, I'm lucky to be coming home again

Hallo Freunde des guten Geschmacks, ich möchte gleich zu Anfang wieder eine Warnung loswerden. Dieser Blogeintrag widmet sich dem Besuch meiner besseren Hälfte Lars hier in den USA und kann vom Umfang her locker mit der Familien-Reunion mithalten.Nehmt euch also lieber ein paar Minütchen Zeit, um diesen Post zu bewältigen!
Am 15. September war es endlich soweit. Urlaub! Lars! Aufregung! Nach kurzfristigem Austausch unserer Flugdaten stellten Lars und ich fest, dass wir uns nicht erst, wie geplant, in New Orleans am Flughafen treffen, sondern sogar schon ab Charlotte im gleichen Flieger sitzen sollten. So pirschte ich mich am Gate in Charlotte von hinten an Lars an und brach - zu meiner eigenen Überraschung - bei der Begrüßung in Freudentränen aus. Naja, auf die Gefahr hin, dass sich das hier ließt, wie das Drehbuch einer schlechten Rom-Com: Nach 5 Minuten hat es sich so angefühlt, als wären wir nie getrennt gewesen. Einfach nur schön!
Ok, los geht's nun mit der Fotostrecke zu unserem gemeinsamen Urlaub - viel Spaß!

1. Station: New Orleans, Louisinia

Es ist nicht leicht, die Atmosphäre in New Orleans mit Worten zu beschreiben. Mir hat die Stadt unheimlich gut gefallen. Ich war anfangs aufgrund der Warnungen in der Reiseliteratur vor der Kriminalität in der Stadt etwas eingeschüchtert, habe aber meine Vorbehalte schnell fallen gelassen (obwohl die Stadt schon ein Sammelbecken für kuriose Menschen ist und Lars und ich dazu offensichtlich noch ein Händchen dafür haben, mit diesen unfreiwillig  in Kontakt zu treten). Trotz touristischer Prägung unterliegt die Stadt irgendwie einem ganz besonderem Zauber. Es ist schwül und warm und die Luft riecht süßlich. Überall, wirklich ÜBERALL tun sich irgendwelche Musikanten auf; egal, wo du lang gehst, immer ertönt von irgendwo her Musik. Und zwar nicht so Panflöten-Gedudel, sondern gerne auch mal die Klänge einer 10-köpfigen Bigband.
Das French Quarter ist besonders schön und auch weitestgehend vom Hurricane Katrina in 2005 verschont geblieben. Weiter außerhalb sieht man immer noch die Spuren der Zerstörung. New Orleans ist in meinen Augen jedenfalls eine sehr spezielle und auf eine angenehme Weise unamerikanische Stadt (es sind Menschen zu Fuß auf der Straße unterwegs, Alkoholkonsum auf offener Straße erlaubt, kulinarisch unglaublich vielfältig).


Erstmal ne Runde Zocken im Harras Casino. Mein Einsatz: 1$, mein Gewinn: nix.



Lovely Louisiana


Mississippi-Dampfer Creole Queen

French Quarter

Spezialität in New Orleans: Beignets (french donut)

Jackson Square
Love at first bite! Hier hätte ich noch gut für meine Bachelorarbeit weiterforschen können



die berühmt-berüchtigte Bourbon Street

schlechte Vorbereitung meinerseits: aus Mangel an Regenjacke musste Lars' Rucksackhülle herhalten

Nächste Station: Atlanta, Georgia

Nach 10-stündiger Nachtbusfahrt und halb erfroren dank übertrieben kalt eingestellter Klimaanlage hieß es dann "Hallo Atlanta!". Eigentlich eher als Zwangsstopp zwischen New Orelans und Savannah geplant, entpuppte sich Atlanta dann aber erstaunlicherweise als sehr sehenswertes Ziel.

Besuch bei der Hauptzentrale des Nachrichtensenders CNN mit Studiotour. Na, wer war denn da in seinem Element?!

Der Newsroom

Besuch in der Coca Cola World

Verkostung von 61 Sorten Coca Cola Produkten der ganzen Welt. Gewinner in der Kategorie "Ekelhaftestes Getränk": Bibo aus Südafrika.
Olympia Park mit dem berühmten Ringbrunnen

3. Station: Savannah, Georgia

Von Atlanta aus ging es dann mit dem Mietwagen weiter nach Savannah. Sowohl Savannah als auch Charleston (unsere nächste Etappe) hatte ich ja zuvor schon einmal mit Hilke besucht. Aber mit seinem Liebsten an der Seite kann man das romatische Flair natürlich noch mal ganz anders genießen. Savannah war eindeutig Lars' Favorit auf der Reise ("Ein Fotomotiv besser als das nächste.").

traumhafte Südstaaten-Kulisse mit spanischem Moos im Hintergrund

Forsyth Park




Dieses Zeug wäre in Deutschland sicherlich verboten, hier kriegt man es im Supermarkt - 5 hour energy - eine Art Energydrink in hochdosierter Form. Lars hat sich mutig dazu entschlossen, als Testobjekt herzuhalten. Wir konnten übrigens keine erhöhte Energie nach Konsum feststellen.

"Life is like a box of chocolates, ...

...you never know what you're gonna get." Hier am Chippewa Square wurde die berühmte Bushaltestellenszene aus Forrest Gump gedreht.

Savannah River



Savannah National Wildlife Refuge

Wo sonst, als in den USA kann man durch ein Naturschutzgebiet mit dem Auto durchfahren? Sehr komfortabel und beeindruckende Landschaft!



Unser erster Gator! Uns einer von ungefähr 10, die wir an diesem Tag erspäht haben



Seafood Platter in der Crabshack. Nachdem wir uns in New Orleans schon an Austern rangetraut haben, sind wir hier noch einigem anderen Schalentier mit Zange zu Leibe gerückt




Letzte Station unserer Reise: Charleston, South Carolina

rechts unten im Bild: ein Ahornsyrup-Bacon Donut


Keep it real, baby seal!

wuhuu!

Abkühlung für die Füße

Phänomenale Entdeckung am letzen Abend: Butcher&Bee. Leute, wenn ihr jemals in Charleston seid, geht dort hin. Es gibt jeden Tag eine neue Speisekarte, angepasst, an das, was gerade Saison hat und Getränke darf man sich selber mitbringen (BYOB). Der Laden ist in einer alten Lagerhalle untergebracht und noch dazu sind die Leute unglaublich nett. Uns wurde der Gemüsegarten hinterm Haus gezeigt und wir haben ein T-Shirt geschenkt bekommen.

Besuch der Magnolia Plantation and Gardens

Guten Tag, schöner Mann.


Der Urlaub war zwar kurz und sehr kompimiert, aber wunderschön und ereignisreich. Wir zwei Butterbirnen schwimmen einfach auf der gleichen Welle und erfreuen uns an den gleichen Dingen. Anschließend hat Lars mir ja noch einige Tage in North Carolina Gesellschaft geleistet. Zu behaupten, dass meine Kids Lars mögen, wäre eine maßlose Untertreibung. Alle drei haben einen totalen Narren an ihm gefressen. Allen voran Carina. Am Abend des ersten gemeinsamen Tages verkündete Carina meiner Hostmum: "Mami, ich liebe den Lars." Am letzten Tag hieß es dann: "Ich möchte den Lars heiraten." Nur nochmal zur Erinnerung: Ich wurde bei MEINER Ankunft von Carina mit den Worten "Warum hast du so kurze Haare und so einen dicken Bauch?" begrüßt...

Hach, die glückliche kleine Familie :p

Ausflug zur Duke University in Durham




Danke, mein lieber Schatz, für die schöne Zeit mit dir!