Montag, 30. Juli 2012

Happy Birthday, America!

Die USA halten sich ja nicht gerade zurück, wenn es darum geht, den Stolz zur eigenen Nation zur Schau zu stellen. An einem Feiertag wie dem Unanhängigkeitstag am 4. Juli wird allerdings nochmal ne Schippe oben drauf gepackt. Zu der obligatorischen vorm oder am Haus gehissten Flagge werden nochmal weitere gefühlte 500 Fähnchen, Wimpel, Bordüren, Kränze und sonstige Dekoartikel rund ums Heim drapiert. Ich hatte am 4. Juli frei und habe mich mit Hilke, Julia und Charlotte zusammen auch ganz der Independence Day-Frönerei hingegeben. Charlotte hat für uns den Trip geplant und ist auch gefahren, so dass ich mich einfach nur noch hinten ins Auto setzen musste und den perfekten Tag erleben durfte! Los gings ins (an diesem Tag nicht so) verschlafene Städtchen Southport. Southport liegt an der Küste North Carolinas und hat normalerweise ca. 3000 Einwohner. Aus irgendeinem seltsamen Grund findet hier aber die größte Idependence Day-Parade des Staats statt, sodass sich noch ungefähr 27000 partyfreudige Menschen dazu gesellen und die Straßen füllen. Das Ergebnis des Ganzen ist eine Mischung aus Karnevalsumzug, Werbeveranstaltung und Jahrmarkt. Diashow ab!
Der frühe Vogel fängt dem Wurm: 2 Stunden vor Paradenbeginn sind wir wie vorbildliche Amerikaner erschienen um uns einen Top-Platz zu sichern.

Die Sicht auf die Paradestrecke war dann auch 1a. Nach und nach wurde es voller.

Livin' in America...wowoaaa. Der richtige Sonnenschutz darf natürlich nicht fehlen, immerhin kann 4 Stunden Paradegucken anstrendend werden.

Los gehts! Miss North Carolina war auch mit dabei.

Hier sind wir Ausländer natürlich direkt aufgefallen. Außer uns haben sich nämlich alle per Handschlag für "the service for our country" bedankt.




Waldbrand-Präventions-Kampagnen-Maskottchen "Smoky"




Mein Laden..aber die Jahrezahl stimmt leider nicht!

Nach der Parade haben wir ein Ründchen am Strand relaxt, der wider Erwarten vollkommen leer war.
Abends gings dann wieder zurück nach Southport rein, um das Feuerwerk anzuschauen. Wunderschöne Atmosphäre: die Temperaturen werden langsam erträglich, alle suchen sich ein Plätzchen am Wasser, im Hintergrund live Musik.

Als es dunkel genug war, gings endlich los. Das Feuerwerk wurde von einem Boot aus überm Wasser abgefeuert. Ich bin ja von den Kölner Lichtern schon so einiges gewohnt, aber das war mit Abstand das längste Feuerwerk, dass ich jemals bestaunt habe!

Baby, you're a firework...

Dieses fantastische Shirt habe ich zwei Tage später im Walmart noch erworben. 3$, da konnte ich einfach nicht widerstehen!

Samstag, 7. Juli 2012

Trees are falling

Gestern abend ist bei einem Sturm ein Baum vor unserem Haus umgestürzt und hat die Einfahrt blockiert. Gottseidank ist nichts passiert, er ist einfach nur in den Wendehammer gefallen. Der Baum musste aber unbedingt beseitigt werden, da wir sonst die Autos weder die Einfahrt rein noch raus fahren konnten (was hier ein echtes Problem ist!). Blair ist also mal eben zum Supermarkt und hat eine Kettensäge gekauft. Als die Kids im Bett waren, haben Antje, Blair und ich zu dritt den Baum zerlegt. Dafür, dass wir alle drei nicht gerade Vollprofis im Baumzerhacken sind, hats erstaunlich gut geklappt.
Heute morgen habe ich dann eine Karte von meinen lieben Gasteltern auf dem Tisch für mich gefunden: "Thank you for cancelling your plans last night to help us with the tree instead.We could not have done it without you! Enjoy your week off with your parents!" und dazu eine Gutscheinkarte fürs Restaurant. :) Voll lieb!

Party in the city where the heat is on, all night on the beach til the break of dawn

Letztes Wochenende war es endlich soweit! Mein langersehnter Wochenendtrip nach Miami stand an. Ich habe dort zwei liebe Freundinnen wieder getroffen, die ich auf dem Orientation Workshop in New York kennengelernt hab: Lisa und Kristin. (Mit Kristin bin ich sogar schon von Düsseldorf aus zusammen in die Staaten geflogen, vielleicht erinnert ihr euch an sie, Mama, Det und Lars?).
An riesengroßes Dankeschön an dieser Stelle auch an meine liebe Hilke, die Montagmorgen für mich gearbeitet hat und mir somit den Trip ermöglicht hat :)
Zum Wesentlichen! Also, ich ab in den Flieger, 2 Stunden später in Miami gelandet, ewig auf den Bus gewartet und spät nachts endlich Wiedervereinigung mit meinen Germark-Mädels.


Unser Hostel macht nen ganz netten Eindruck. Unser Lobby-Boy war offensichtlich vollkommen breit, hat es dann aber doch noch hinbekommen, uns unser Zimmer zuzuweisen - oder besser gesagt Apartment. Wir waren nämlich nicht, wie erwartet, im Hostel selbst untergebracht, sondern in einem Apartment einen Block weiter. Auch nicht schlecht. Wir hatten Platz satt und eine eigene Küche und eigenes Bad. Die Lage war übrigens auch top, 8te Straße, schön nah an Southbeach.

Kristin hat uns als Erinnerung diese wundervollen T-Shirts gemacht! Zur Erklärung: Germany+Denmark=Germark - eine Anspielung auf unsere ursprüngliche Clique bestehend aus Deutschen und Däninnen, leider sind die Däninnen beide wieder zu Hause.
Ok, kurz frisch gemacht und ab zum Oceans Drive lecker Cocktail schlürfen. Ein Cocktail hat hier schlappe 30$ gekostet..wir haben zwei zum Preis für einen bekommen (Mensch, Wahnsinns Angebot..Happy Hour war auch den ganzen Abend lang..).

Gut, dass wir diesen lustigen Trupp hier aufgegabelt haben. Es handelte sich um eine Gruppe Mit- bis Enddreiziger, die in Miami den Junggesellenabschied ihres Freundes (Namen hab ich vergessen, aber es war der Typ mit Hut) gefeiert haben und uns schön den Abend über mit Drinks versorgt haben.

Die Äuglein sind noch ganz klein nach nur 2,5 Stunden Schlaf. Aber getreu dem Motto YOLO (you only live once) raus aus den Federn, denn die bereits gebuchte Everglades Tour stand an..und außerdem musste das gratis frühstück ja noch mitgenommen werden :)



Da isser: der erste und einzige Alligator, den wir auf der Tour erblickt haben. Hier wird übrigens sehr großen Wert darauf gelegt, dass hier Alligatoren ("Gators") leben und keine Krokodile. Also jeder Laie wird natürlich SOFORT den Unterschied erkennen...
Nachdem wir mit unserem unglaublich lauten Bötchen (es gab gratis Ohrenstöpsel) ein wenig durch den Sumpf geschippert sind (oh Moment, ich habe gelernt, dass es sich bei dem Everglades nicht um einen Sumpf, sondern um den am langsamsten fließenden Fluss der Welt (?) handelt), gab es noch ne Gator-Show, wo der Ranger uns allerlei Wissenswertes über Alligatoren erzählt hat. Für das Foto, auf dem man einen Babyalligator halten darf, war ich zu geizig (hätte nochmal 3$ gekostet), dafür hab ich nachher im Restaurant Alligatorfleisch probiert. Ein Tier, was man in den Everglades übrigens überall sieht (und fühlt), ist der MOSKITO. Hier lernt man auf die harte Tour, sich fortan mit Mückenschutz einzusprühen. Resultat meiner Ignoranz gibts weiter unten zu sehen.

Immer schön wachbleiben! Nach langer Zeit habe ich das erste mal einen richtig guten Espresso getrunken (im Bistro Pinocchio, wer in Miami Beach ist, sollte dort unbedingt hin!).
Am nächsten Tag sind wir rüber nach Miami Downtown und haben die Gegend erkundet und Souveniers im Hardrockcafé gekauft...

...und anschließend wieder mit dem Wassertaxi zurück nach Southbeach. Auf dem Weg sind wir an ganz vielen Häusern der Reichen und schönen vorbei gefahren.
Zum Beispiel am Haus von Ricky Martin...

...und Shakira...


...und Al Capone..

...und Gloria Estefan.


Danach war natürlich erstmal wieder Entspannung am Strand angesagt. Das Wasser ist strahlend blau und pipiwarm. Überall stehen diese niedlichen Bademeister-Hütten rum, die, nachdem die Alten von einem Hurricane zerstört wurde, von verschiedenen Künstlern wieder neugestaltet wurden.




Achja, wie oben angekündigt: Der schlimmste Mückenstich, den ich jemals hatte. Zurück in NC hab ich erstmal fett Systral draufgeschmiert und dann war er gittseidank nach 4 Tagen wieder weg.

Am letzten Abend haben Lisa und ich uns nochmal ins Nachtleben gestürzt (auf Kristin mussten wir krankheitsbedingt leider verzichten). Wir waren im Nikki Beach (geiler Laden, halb draußen, direkt am Strand) und haben nochmal ordentlich die Sau rausgelassen. Am nächsten morgen mussten wir ja leider früh raus, um unseren Flieger zu kriegen, aber der Schlafmangel hat sich in jedem Fall gelohnt!

Mir hat Miami super gut gefallen. Ich würde hier nicht leben wollen, dafür ist es mir hier viel zu hektisch. Aber irgendwie taucht man dort in eine völlig andere Welt ein. Es ist einfach nur herrlich, am Oceans Drive im Cafe zu sitzen und sich die Freakshow anzugucken. Alles ist so ein bißchen bunter, lauter und protziger, aber einzigartig uns sehenswert.

Samstag, 23. Juni 2012

Jedenfalls....is der Kopp dicker als der Hals


Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe meines Blogs! Nach einem sehr ereignisreichen Mai war es diesen Monat etwas ruhiger hier bei mir in Cary. Meinen letzten freien Tag vor der Rückkehr meiner Gastfamilie habe ich genutzt, um mit ein ein paar Freunden in den berühmt-berüchtigten Freizeitpark Carowinds zu fahren. Ab ins Auto also und sich im knapp 3 Stunden entfernten Achterbahnpark ordentlich durchrütteln lassen. So wie alles in den USA, sind natürlich auch die Freizeitparks eine Nummer größer als gewohnt. Das Phantasialand erscheint einem dagegen regelrecht schnuckelig. Die Fahrt auf dem "Nighthawk" hat mich einige Überwindung gekostet: Man liegt und fährt mit dem Kopf voran und fliegt dann quasi wie Superman (außer, dass man sich natürlich 500 Mal überschlägt und nachher nicht mehr weiß, wo oben und unten ist) durch die Luft. Man legt hier auch weniger Wert auf eine thematische Einbettung der Achterbahnen. Während man im Phantasialand in der Warteschlange der "Black Mamba" (oder von Jane liebevoll "die schwatte Mammmba" genannt) noch von als "Wilde" köstümierten Dunkelhäutigen (irgendwie rassistisch) und Trommelmusik voll aufs Afrikathema eingestimmt wird, reihen sich Carowinds Achterbahn an Achterbahn ohne viel Schnickschnack. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß und sind mit leichtem Schleudertrauma wieder nach Hause!

Hier machen wir gerade die Carolina Boardwalk Themenwelt unsicher. Leider habe ich es natürlich versäumt auch nur ein einziges Foto von einer Achterbahn zu machen...



Warten aufs 4D-Songebob-Kino
Auch hier - vor allem an uns Deutschen und anderen Europäern - geht die Fußball EM natürlich nicht spurlos vorrüber. Meine Gastmutter Antje hat aus dem Deutschland-Urlaub Fanmaterial mitgebracht, damit wir in Zukunft auch immer Stilecht unterwegs sind. Die Spiele, die nicht am Wochenende stattfinden, sind natürlich etwas schwieriger für uns zu verfolgen, da sie für uns mitten am Tag übertragen werden. Aber mithilfe von WDR2 online Radio konnte ich bisher jedes Spiel verfolgen. Das letzte Spiel haben wir live im TV gesehen. Wir haben den Ton ausgeschaltet und dazu den Deutschen Radiokommentar gehört. Antje und ich sind uns einig: Es macht vielmehr Spaß, wenn die Kommentatoren parteisch sind und sich richtig für Deutschland mitfreuen.

                                             


Überhaupt muss ich sagen, dass ich hier in den USA zu einem wahren Deutschland-Liebhaber geworden bin. Natürlich spielt das Heimweh eine große Rolle und man findet natürlich immer das besser, was man gerade nicht haben kann, ganz getreu dem Motto "The grass is always greener on the other side". Wer weiß also, ich alles auch noch so toll finde, wenn ich wieder in Deutschland lebe. Ich habe hier Deutschland jedenfalls sehr zu schätzen gelernt und auch unser Ruf ist im Ausland um einiges besser, als ich gedacht habe. Ich werde hier ganz sentimental, wenn es um meine Heimat geht und als die deutsche Fußballelf die Nationalhymne angestimmt hat musste ich fast anfangen zu weinen (peinlich!). Bald ist auch schon die Hälfte geschafft. Und das Beste: Mama und Detti kommen und versüßen mir das Bergfest!! Juchu!!! Wer hätte gedacht, dass man sich mit 24 nochmal so darauf freut, seine Eltern zu sehen :D

Facebook sei dank! Da teilt man seinen Herzschmerz mit und kriegt gleich lieben Zuspruch von Freunden und Familie.
Übrigens: Diese Jacke ist ja wohl superschön! Wer also 65 Euro übrig hat, möge sie mir doch bitte zukommen lassen ;)

Montag, 4. Juni 2012

Ich glaub, ich steh im Wald

Ich muss an dieser Stelle nur mal eben ein paar Worte über die Fauna hier in den Staaten, bzw. in NC loswerden. Für mich als einen an der Tierwelt interessierten Menschen ist es total spannend zu sehen, wie viel "wilder" es hier zum Teil zugeht. So stand ich noch vor 30 Minuten auf dem Parkplatz des von mir viel frequentierten 2$ Kinos, als einfach mal seelenruhig ein Cojote an mir vorbei spaziert. Etwas weniger exotisch, aber dafür zahlenmäßig weit überlegen: Der Waschbär (racoon). Gestern abend habe ich einer Waschbärenfamilie, die auf der Autobahn herumgelaufen ist, das Leben gerettet, indem ich rechtzeitig ausgewichen bin (Habe dafür von meinem Hostdad, der mit im Auto saß, ein anerkennendes "nice job" zu hören gekriegt). Wie berichtet, habe ich auch schon wilde Alligatoren und Delphine gesehen. Schlangen und Eidechsen im Garten oder Bär im Gefrierfach sind hier keine Seltenheit. Hier gibts keine Amseln, dafür den knallroten Kardinal (aber die deutschen Vögel zwitschern schöner). Jeden Abend zirpen die Grillen und leuchten die Glühwürmchen (und stechen die Mücken - ich habe hier so viele Mückenstiche, wie noch nie zucor in meinem Leben, vermutlich schmecke ich den amerikanischen Mücken besser, als den deutschen; jedenfalls lernt man hier schnell auf die harte Tour, sich immer einzusprühen). Die meisten anderen "Begegnungen" mit wilden Tieren finden allerdings leider eher auf der Autobahn und plattgefahrener Form statt. Die Spitzenplätze auf der List of Roadkill belegen definitiv Opposum und Eichhörnchen. Ernsthaft, ich habe noch NIE ein lebendiges Opposum gesehen, dafür seh ich aber täglich mindestens 3 Tote (wer weiß, wieviele von denen wirklich tot sind, die tun ja manchmal nur so). Eichhörnchen verlieren hier sehr schnell den Niedlichkeitsfaktor. Sie sind einfach überall und auch überhaupt nicht scheu. Ansonsten habe ich von Reh über Schildkröte (und leider auch einige Hunde und Katzen) schon alles am Straßenrand gesehen. Nicht weit bleiben da übrigens auch immer ein paar Aasgeier. Ich versuche jedenfalls immer eine ausgewogene Mischung zwischen sicherer Fahrweise ohne plötzliche Ausweichmanöver und einer Fahrweise, die nicht zu vielen Tieren das Leben kostet, zu finden. Dafür höre ich dann morgens im Auto: "Danke, Becci, dass du das Eichhörnchen nicht totgefahren hast."