Sonntag, 9. Dezember 2012

Turkey Day and a whole lotta singin

Endlich kann ich wieder posten, yea! Meinem Laptop bekommt das amerikanische Leben offensichtlich nicht so gut. Nachdem ich ja schon kleinere Querelen bezüglich der Internetverbindung durchlebt hatte, gabs dann letzte Woche den Totalausfall. Ein Virus hat meinen geliebten Vaio lahmgelegt, nix ging mehr. Um 150$ für Reparaturkosten ärmer aber um alle meine Daten und einen funktionierenden Computer reicher sitze ich nun wieder hier und möchte euch von den Geschehnissen in letzter Zeit hier berichten.
Am 22. November wurde hier mit Thanksgiving (auch bekannt als Turkey day) die "Holiday Season" eingeläutet. Mit Sack und Pack ging es los zu den eine Stunde entfernt lebenden Großeltern nach Sanford. Den Tag über lief es dann in etwa so ab, wie ich das von Weihnachten kenne: Die Kinder spielen, schlafen, gucken Filme. Die Erwachsenen kochen und schwatzen. Um 6 Uhr abends war es dann soweit: Der Vogel kommt auf den Tisch und los geht das große Fressen. Nein, ein bißchen besinnlicher war es dann doch. Wir haben uns alle (Meine Gasteltern, Annabel, Carina, Benjamin, die Großeltern und deren zweiter Sohn und ich) an die festlich gedeckte Tafel gesetzt und das allererste Mal seit ich hier in Amerika bin wurde auch gebetet. Dafür, dass die Vorbereitung des Festessens mehrere Tage gedauert hat, war das eigentliche Essen dann ernüchternd schnell vorbei. Zackzackzack, jedes Gericht probiert. Nach 35 Minuten war der Spaß vorbei. Nix mit German Gemütlichkeit also. Es ist in den USA auch durchaus üblich (auch im Restaurant), dass der Tisch schon abgeräumt wird, obwohl noch nicht alle mit dem Essen fertig sind (in diesem Fall, wie sollte es anders sein, ich. Und mein Hostdad Blair). Naja, nach einer Verschnaufpause gabs dann noch ein "kleines" Dessert. Alles in allem war es aber trotzdem ein sehr schöner Tag. Die Großeltern sind so richtige Bilderbuch Grandma und Grandpa und ich habe es genossen, mal Zeit mit der ganzen Familie zusammen zu verbringen. Für mich war es eine willkommene Abwechslung, nicht die dritte Erwachsene zu sein, sondern eher das vierte Kind und auch wenig von der Oma betüddelt zu werden :)

Grandpa und Grandma Focke sind stolze Demokraten. Alle Wahlpins werden da in einem extra Rahmen zur Schau gestellt.

Die Festtafel

Der Truthahn

Grandpa Focke zerlegt den Vogel. Hier nennt man das "to carve the turkey".

Ja, auch die Geschirrtücher müssen thematisch zum Feiertag passen. Grandma Focke hatte übrigens auch einen Thanksgiving Rollkragenpullover an.

Alle versammelt (außer Becca, die schlauerweise das Foto gemacht hat...)

Mein Menü (ich habe selbstverständlich ALLES probiert): Truthahn mit Soße, ein Brötchen, Füllung, Cranberry Gelee, Krautsalat, Corn Casserole (Maisauflauf), Sweet Potato Casserole (Süßkartoffelauflauf), grüne Bohnen, Sinful Salad (keine Ahnung, was das ist, das ist das pinke Glibberzeug vorne links auf dem Teller, es ist süß und schmeckt wie Erdbeermarmelade mit Schmand oder so).

Der Nachtisch: ein Pumpkin Pie und eine Apple Pie

Yummy (amerikanisches Kinderenglisch für "lecker")

Kurz vor Thanksgiving hatten Carina und ich noch einen spaßigen Tag im Kindermuseum
In der letzten Woche standen dann noch einige andere Sachen an. Erst waren wir zusammen im neuen Bondfilm und am Wochenende sind wir nach Charlotte gefahren, um dort auf ein Konzert meiner heißbegehrten Lieblingsgruppe UNC Clefhangers zu gehen. Nach Charlotte fährt man ca. 2,5 Stunden. Und das lohnt sich echt. Ich bereue es ein wenig, dass ich vorher noch nie bis nach Charlotte gefahren bin. Es ist die größte Stadt in North Carolina (obwohl Raleigh die Hauptstadt ist) und ein großes Bankenzentrum im Süden. Das heißt, da ist endlich mal ein bißchen mehr los dort. Es gibt sogar ein Ikea und das will schon was heißen. Charlotte hat mich jedenfalls positiv überrascht und das Konzert am Abend war der gelungene Abschluss für einen tollen Tag.

Irgendwie muss man sich die Wartezeit bis zum Film ja vertreiben.

Weihnachtsstimmung in Charlotte: Emi, Gudrun, Annika und Ich


Zu meiner Begeisterung gibt es ein Vapiano Restaurant in Charlotte - dort haben wir dann natürlich auch zu Abend gegegssen :)

Im Knight Theater heißt es dann warten aufs Konzert.

Meet and Greet mit einem Teil der Clefhangers im Anschluss

So langsam komme auch ich in Weihnachtsstimmung. besonders dazu beigetragen hat ein Päckchen von zu Hause mit diesem tollen Adventskalender
Carina hatte in ihrer Schule eine kleine Aufführung anlässlich Thanksgiving. Hier singt sie gerade "I'm glad I'm not a turkey on Thanksgiving Day". Enjoy!

Samstag, 17. November 2012

And if you don't know by now, I'm talking about Chi town


Veteran's Day machte es mir möglich - meinen heißersehnten Trip nach Chicago. Aufgrund des Feiertags letzten Montag konnte ich ein verlängertes Wochenende in Chi town verbringen. Dort habe ich mich mit Kristin, Anna und Jenny getroffen, die schon Freitag morgen angereist waren. Dank Jennys Mutter, die bei Hilton arbeitet, haben wir einen Top-Hotel-Deal ergattert und waren im schönen Hampton Inn untergebracht. Richtig los ging es dann Samstag morgen. Da die Mädels Sonntag abend schon wieder abreisen mussten, bin ich für eine Nacht ins Hostel umgezogen, was zwar vom Komfort her nicht mit nem schnieken Hotel mithalten konnte, aber dafür mit der Location alles wett gemacht hat. Wicker Park ist ein toller Teil der Stadt, überall sind kleine Lädchen, Cafes, Restaurants, Bars, Clubs und viele junge Leute sind dort unterwegs. Ich würde sagen, es ist vielleicht das Ehrenfeld Chicagos, nur hübscher :) Naja, Chicago hat es mir natürlich total angetan - wie ihr vielleicht schon gemerkt habt. Die einzige andere Großstadt, mit der ich Chicago vergleichen könnte, ist NYC. Aber irgendwie ist Chicago auch ganz anders. Zunächst einmal ist die Stadt natürlich kleiner. Und was mir so gut gefallen hat, ist, dass Chicago nicht so touristisch ist. Es ist nicht an jeder Ecke ein Souvenirladen zu finden und irgendwie hat man das Gefühl, dass hier mehr 'normale' Leute leben. Samstag und Sonntag abend haben wir uns dann auch noch mit ein paar Locals getroffen, die ich zuvor über Couchsurfing kontaktiert hatte und die uns dann Chicago bei Nacht etwas näher gebracht haben. Das Wochenende war der perfekte Mix aus Sightseeing, Shopping, Kultur (ja, im Museum war ich auch ;) ), Mädelsausflug, Nachtleben und Großstadtflair.



Eine kulinarische Spezialität Chicagos ist die deep dish pizza. Sie ist ganz anders, als die Pizza, die man sonst so kennt. Sie wird in einer tiefen Form gebacken, hat einen knusprigen Teig und ist sehr dick belegt. Eigentlich schmeckt sie mehr wie eine Quiche. Hier in der "Pizzeria Uno" soll sie angeblich erfunden worden sein (mehrer Pizzerien streiten sich darum). Wir haben unsere Pizza nach nur einer Stunde auf einen Platz warten bekommen. Hat sich gelohnt!



Macy's auf der State Street (9 Etagen!)
Nächste Station war die Besteigung des Willis Tower (höchstes Gebäude in den USA). Hier im Vergleich: der Kölner Dom :)

Aussicht auf Chicago vom Skydeck

Everyone deserves the change to fly - Jenny, Anna, Kristin und ich auf dem Glasbalkon 

Dies musste doch mal dokumentiert werden. Weil wir noch über die Hälfte unserer Pizza übrig hatten (und diese natürlich nicht wegschmeißen wollten) wurde der blöde Karton schön durch die Sicherheitskontrolle in den 103. Stock mit nach oben genommen. Wir haben die Pizza übrigens nicht mehr ganz aufgegessen.


Spaß im Willis Tower Gift Shop. (Wer kauft sich sowas?)
Chicago Sign bei Nacht
Eine weitere kulinarische Spezialität Chicagos: Caramel and Cheese Popcorn. Dieser Mix schmeckt tatsächlich.

Sonntag dann endlich das Touri-Highlight: Millenium Park

The Cloud Gate aka The Bean. Von uns auch liebevoll The Bee genannt.




Montags bin ich dann mit meiner entzückenden kanadischen Hostel-Zimmergenossin Delilah nochmal zum Sightseeing losgezogen. Hier zu sehen ist das Navy Pier, so eine Art Vergnügungsmeile (in etwa so wie Cony Island).


Spaß mit der Bean, die 2. Man kann aber auch nicht genug kriegen!

Tschüß, Chicago. War schön mit dir.

Montag, 5. November 2012

Put on your lederhosen


Ein fröliches Hallo alle zusammen! Zunächst einmal könnt ihr euch alle mal eine Runde für mich freuen, weil ENDLICH mein Laptop wieder vernünftig funktioniert. Nachdem erst das Wlan versagte, beschloss mein Computer dann gestern, mir komplett - sprich selbst mit Kabel - den Internetzugang zu verweigern. Ein bißchen überrascht davon, wie verzweifelt mich das gemacht hat (ja, so sind wir halt, wir digital natives), bin ich dann aber doch nochmal zum Eletronikmarkt meines Vertrauens getigert und die haben das einfach so umsonst, rappzapp repariert (nachdem sie mir vor 2 Monaten 200$ fürs einschicken abknöpfen wollten). Nun sitze ich wieder gut gelaunt und ohne Kabel mit meinem Laptop im Bett, um für euch in die (Computer-)Tasten zu hauen. Alles in allem ist dieser Blogeintrag ein buntes Potpourri an Eindrücken, die ich in den letzten Wochen gesammelt habe und auch an Bildern, die den letzten Eintrag ergänzen sollen. Kein festes Thema also. 
Bevor ich es vergesse, möchte ich mich aber an dieser Stelle noch von zwei meiner Weggefährtinnen verabschieden. 
1. Nicola: Nicola hat ihr Aupair-Jahr zwar weit weg von mir in New Jersey verbracht, aber ist trotzdem eine ganz wichtige Person das Jahr über für mich gewesen. Je einmal konnten wir uns auch gegenseitig besuchen. Obwohl Nico 2 Monate vor mir in die USA gegangen ist, haben wir sehr viel gemeinsam vorbereitet und vor allem hingefiebert und jetzt scheint es mir völlig irreal, dass sie nun schon wieder die Heimreise antritt. Liebe Nicola, komm gut nach Hause und stell schon mal das Kölsch kalt.
2. Hilke. Tja, Hilke. Was sag ich da? Hilke habe ich ziemlich bald nach meiner Ankunft hier kennengelernt und gleich sind wir hier so schöne BFFs (best friends forever) geworden (sie ist ja auch hin und wieder Inhalt dieses Blogs gewesen ;)) Aber Hilke war viel mehr als nur eine Freundin für mich hier, vielmehr sind wir Familienersatz füreinander. Meine Gastfamilie, besonders Benjamin, liebt Hilke. Und fast jede Freiwoche ist sie bei mir eingezogen. Ich weiß gar nicht, was ich den ganzen Tag hier ohne sie machen soll. Muss ich jetzt wohl immer alleine Kaffeetrinken gehen und - noch schlimmer - alleine arbeiten. Liebe Hilke, mach's gut. I'm glad u came und bis ganz bald (Karneval halte ich einen Schlafplatz für dich frei)!

kleine Ergänzung zum Kürbisschnitz-Eintrag. Hier bin ich zu sehen mit meinem I love NC Meisterstück (liegt jetzt übrigens verschimmelt in der Mülltonne)

Hilkes Hello Kitty Kürbis erleuchtet


Herrlich, eine Werbung im Restaurant 'Red Robin'. Tatsächlich untertitelt mit 'Put on your lederhosen'.



Das Wasser ist einfach soo interessant, aber zuuu weit oben, auch wenn man sich auf die Zehenspitzen stellt. Übrigens, Benjamin läuft!!!

Ein Herz und eine Seele
Halloween Spooktacular-Kinder-Konzert in der NC Symphonie

Ist das nicht die niedlichste kleine Babygiraffe der Welt?

Auf Halloween habe ich besonders hingefiebert. Am 31. sind wir mit einem Schwung Mädels in die Studenten-Hochburg Chapel Hill gefahren, um uns dem Wahnsinn hinzugeben. Es war auch ein sehr lustiger Abend (recht kurz, der Spaß war um 11.30pm vorbei und wir mussten allesamt am nächsten Tag arbeiten, leider kein Allerheiligen in den USA :( ). Die Straße war abgesperrt und alle laufen in ihren Kostümen rum und fotografieren sich gegenseitig. Aber gegen den Kölner Karneval ist das ganze NATÜRLICH ne Lachpille :p





Am Wochenende war ich mit Hilke auf einem Marching-Band Wettkampf. In amerikanischen Highschool Komödien sind die Typen, die Mitglieder in der Marching Band sind, immer die Oberloser (zugegebenermaßen: diese Uniformen und Hüte sind in echt auch nicht besser), aber im echten amerikanischen Leben wars echt cool. Leider kommt das jetzt nicht so gut auf den Bildern rüber. Aber es ist echt beeindruckend, wie die sich da mit über 80 Musikern plus Tänzern auf dem Feld koordinieren. Und die Musik ist auch auf ganz schön hohem Niveau, dafür, dass das nur Schüler sind.

Samstag abend haben wir uns mal hübsch gemacht und dann hieß es...
...Clef Hangers die 2. Wir haben uns das Herbstkonzert dieser wunderbaren Truppe angesehen. Ein bißchen komisch, dass jetzt auch schon langsam für mich die Zeit der 'letzten Male' anbricht. Schade zu wissen, dass ich diese Gruppe vermutlich nie wieder performen sehen werde.
Ich liebe Chapel Hill! Hier zu sehen: der berühmte Old Well der UNC (University of North Carolina). Hach, wie ich wünschte, ich könnte hier studieren (oder hätte hier studieren können). Ich laufe immer gerne über dem Campus und tu dann so, als würde ich voll dazu gehören :)

Noch ein Grund, Chapel Hill zu lieben: die Bäckerei 'Bread and Butter'. Ja, kaum zu glauben, es gibt hier wirklich richtiges Brot und unglaublich lecker ist es auch!