Montag, 28. Mai 2012

Alles neu, frisch und frei macht der holde Mai



Ich grüße euch ganz herzlich, meine Lieben! Ich möchte euch warnen, dieser Blogeintrag ist monströs lang und wird sicherlich ein wenig mehr Zeit als üblich zum Lesen beanspruchen :) Ich habe jedenfalls gefühlte 5 Stunden damit verbracht, Fotos hochzuladen, um euch an meinem wundervollen Mai (oder besser gesagt, an der zweiten Mai-Hälfte, die erste war ja auch schon fantastisch, wie bereits berichtet) teilhaben zu lassen. Lehnt euch entspannt zurück und genießt! 

 Die Erdbeersaison ist hier in vollem Gange. Vorbildliche AuPairs wie wir sind, haben Hilke und ich uns natürlich mal wieder ein Spitzen-Programm für unsere Kiddies überlegt: Erdbeerpflücken plus Weiterverarbeitung der Ernte.
Noch ist der Eimer fast leer, aber mit tatkräftiger Unterstützung von Annabel (meine 6-Jährige) und Emily (Hilkes 4-Jährige) haben wir ganze drei Eimer geerntet. Benjamin hat uns aus dem Kinderwagen und abwechselnd von meinem und Hilkes Arm aus zugeschaut.

Erstes Projekt: Erdbeermarmelade kochen. Haben dann aber doch hauptsächlich Hilke und ich gemacht, während die Kinder gespielt haben ;)

Zweites Projekt: Torte backen. Anlässlich Antjes Geburtstag (meine Gastmutter) haben wir eine Erdbeer-Schoko-Torte gemacht. Hilke ist eine ganz fantastische Bäckerin und bis auf die rote Zuckerschrift haben wir alles selbst gemacht! Annabel hat ganz toll mitgeholfen und nebenbei auch fleißig Frosting genascht.
 Am Wochenende hat uns mal wieder das Ausflugsfieber gepackt. Angepeiltes Reiseziel diesmal: New Bern and der Küste North Carolinas. Deutsche und Schweizerische Siedler sind hier gelandet (daher auch der Name New Bern = Neu Bern) and haben dieses kleine, niedliche Örtchen gegründet. Früher war New Bern übrigens einmal die Hauptstadt von NC, muss aber schon ziemlich lange hergewesen sein. In New Bern wohnt übrigens auch der bekannte Schmonzetten-Autor Nicholas Sparks. Die meisten seiner Bücher spielen in NC und einige der Adaptionen fürs Kino wurden in NC gedreht (weswegen wir AuPairs hier regelrechten Nicholas-Sparks-Tourismus betreiben, sprich Schauplätze aus Büchern und Filmen bereisen).
Wusstet ihr eigentlich, dass Pepsi Cola in New Bern, NC erfunden wurde? Na, jetzt seid ihr wieder um eine unwichtige Information schlauer. Hier befinde ich mich gerade im "Birthplace of Pepsi", einem dem Pepsi-Merchandise gewidmeten "Soda-Shoppe".

Multi-Internationaler Gästebucheintrag im Birthplace of Pepsi

Tryon Palace (ehemaliger Sitz des Govenors)

Nachdem wir New Bern relativ schnell abgearbeitet hatten, sind wir noch weiter nach Beaufort gefahren. Dort haben wir dann vor malerischer Hafenkulisse zu Abend gegessen.
 Im Mai stand dann noch ein weiteres wichtiges Ereignis für unsere Familie an: Annabels "Graduation" (=Entlassfeier von der Schule). Ja, hier gibt es auch eine Graduation nach dem 1. Schuljahr (übrigens auch schon nach der Vorschule und dem Kindergarten und dann bei jedem Schulwechsel auf eine höhere Schule). Annabel hat mich ganz offiziell eingeladen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Es gab also eine große Feier mit allem Pipapo: Gottesdienst, Gesangseinlagen, Reden, Preisverleigungen und Kuchen- und Punschempfang im Anschluss. Wir, das heißt alle 5 Fockes und ich und Grandma und Grandpa Focke, sind danach gemeinsam Essen gegangen. Es war sehr schön.

 Da nun für Annabel die Sommerferien begonnen haben, haben sich auch meine Gasteltern Urlaub genommen und sind mit Sack und Pack nach Deutschland zum Urlaubmachen bei der Oma verreist. Es ist ein ganz seltsames Gefühl, dass sie nun in Deutschland sind und ich hier allein in den USA, irgendwie verdrehte Welt :) Aber das gransiose daran: Zwei Wochen bezahlten Urlaub EXTRA!! Ich kann mein Glück immer noch gar nicht fassen. Die Gelegenheit wurde natürlich direkt beim Schopf gepackt. Zack, hab mich zusammen mit Hilke ins Auto gesetzt und einen kleinen Roadtrip gen Süden gestartet.

Erste Station: Savannah, Georgia. Es ist wunderschön hier. Die Stadt liegt am Savannah River und versprüht absolutes Südstaaten-Flair. Hier findet man viele Häuser im Stil der Antebellum Architektur, es ist heiß, es gibt überall Seafood und spanisches Moos hängt von den Bäumen. In Savannah wurde übrigens die Pralinenschachtel-Sequenz aus Forrest Gump gedreht. Wir haben hier das erste Mal Couchsurfing gemacht. Unser Gastgeber war nett, ein bißchen ökig, so auch seine Bude (mal nett ausgedrückt). Hilkes Schuh musste als Kakerlaken-Klatsche herhalten und sein Bluthund hat unser Gepäck erstmal schön mit Sabbelspur markiert. Aber nem geschenkten Gaul schaut man halt nicht ins Maul. Wir hatten einen Platz zum Schlafen, haben einen interessanten Menschen kennengelernt und konnten das schöne Savannah erkunden.

Los geht's!

Ahoi! Da wir am ersten Morgen von einem Regenschauer überrascht wurden, sind wir ins Schiffsmuseum gegangen. Es war recht öde. Hauptsächlich gab es Modelle und eine Buddelschiff-Sammlung zu bestaunen.
Danach haben eine Sezessionskriegs-Festung (Fort Jackson) besucht. Die Amis fahren ja echt auf Geschichte ab (also ihre eigene). Es gab das volle Programm mit kostümierten Leuten und live Kanonen-Schuss.

Besichtigung der Katakombem

Peng!

Ab nach Tybee Island. Diese Halbinsel befindet sich ca. 25 Auto-Minuten weit von Savannah entfernt und ist ein Strand- und Urlaubsparadis.

Dort haben wir in "Crab Shack" Lunch gegessen. Ein herrlich abgefahrener Laden mit Seafood (natürlich!) und Baby-Alligator-Becken als Attraktion.

Man konnte sich im Laden Futter kaufen und die Alligatoren mit einer Angel füttern...

River Street in Savannah: Flanier(- und Touri-Meile)

Antebellum Stil

Für den nächsten Tag habe ich mir eine Dolphin-Watching-Tour gebucht.
Hier ist der Beweis: ich habe wirklich wilde Delphine gesehen! Leider waren die Delphine super schwer zu fotografieren, da sie einfach zu schnell sind. Aber ich habe ganz viel gesehen, sogar einige Babies. Es war für mich ein ganz tolles Erlebnis.
Danach haben wir noch ne Runde am Strand gechillt. Herrlich!



Tybee Island Lighthouse



Nach zwei Tagen Savannah sind wir dann wieder weiter nördlich Richtung Charleston, South Carolina gefahren. Charleston hat mir noch besser als Savannah gefallen. Es ist etwas weniger touristisch, man hat das Gefühl, hier leben mehr "normale" Leute. Hinzu kam, dass wir einen fantastischen Couchsurfing-Gastgeber hatten. Wir waren in eigenem Gästezimmer untergebracht und James hat sich sogar die Zeit genommen, uns abends durch Charleston zu führen und uns alles wichtige zu zeigen. Wir haben später noch seine Clique kennengelernt und gemeinsam in der Küche selbstgemachte Eiscreme gegessen und ein Gläschen Wein getrunken. Das Highlight für mich in Charleston war der Besuch der Magnolia Gardens and Plantation, eine ehemalige Plantage: ein zauberhafter Ort (wenn man mal die Gedanken and ihre Sklaverei-Vergangenheit beiseite lässt).

Typisch Südstaaten: das spanische Moos in den Live Oak Trees

hier kreucht und fleucht es


hier haben früher die Boote angelegt, die Baumwolle geladen und weiter in die Stadt transportiert


Hier leben einfach mal wilde Alligatoren

Da hat sich noch nen richtig dicker Oschi versteckt


das Plantagenhaus

Vor Charleston liegt ein altes Kriegsschiff mit Flugzeugträger, das in ein Museum umfunktioniert wurde
Pier in Charleston

Nach zwei weiteren wundervollen Tagen in Charleston haben wir auf unserem Rückweg nach Hause noch einen kleinen Abstecher nach Myrtle Beach, South Carolina gemacht. Es war schon ganz sehenswert, aber ich müsste jetzt nicht unbedingt noch einmal dort hin. Es ist alles sehr künstlich und auf Party und Entertainment ausgelegt. Aber wir mussten doch noch dem Hardrockcafé einen Besuch abstatten, damit Hilke ein T-Shirt für ihre Sammlung erstehen konnte (und auch ich habe natürlich einen Pin für einen gewissen Sammler besorgt ;) ).
Hardrock Café in Myrtle Beach, SC.
Der Entertainment Bezirk



Nach meiner Rückkehr  nach Hause (so fühlt es sich mittlerweile an) wartete dann schon gleich das nächste Highlight auf mich. Zunächst gabs als Überraschung vor der Haustür ein Päckchen aus Deutschland für mich (Pia und Thekla sind die Besten!!) und am nächsten Tag habe ich meine liebe Nicola vom Flughafen angeholt, um mit ihr das Wochenende zu verbringen. Wir hatten so eine schöne Zeit zusammen, die natürlich, wie immer, viel zu schnell vorbei gegangen ist. Ich glaube, dass ich Nicola aber von der Schönheit North Carolinas (oder des Norden Carolinens. Gruß an Nadine an dieser Stelle) überzeugen konnte und hoffe, sie in naher Zukunft wieder bei mir begrüßen zu dürfen :)

Nachdem wir in meinem Lieblingscafé in Raleigh was getrunken haben und ich Nicola eine kleine Führung durch Downtown gegeben habe, sind wir nach Durham zur Duke Universität und den Duke Gardens gefahren (der aufmerksame Leser wird feststellen, dass ich Anfang des Jahres schon einmal mit Hilke dort war, damals noch mit Mütze und  Schal).

Na, an welchen besten Kater der Welt erinnert euch wohl dieser Tiger hier?

Abends sind Nicola und ich gemeinsam zu unserem ersten Baseballspiel gegangen (Durham Bulls vs. Norfolk Tides). Wir hatten natürlich keinen blassen Schimmer, wie die Regeln da genau aussehen. Wir immer nur so:" Ah, warum hat der das jetzt gemacht?", "Kriegen die jetzt nen Punkt?", "Ich raff die Anzeige auf der Punktetafel nicht.". Ich weiß nicht mal, wer überhaupt gewonnen hat. Naja, wir haben uns ein Hotdog geholt und trotz völliger Planlosigkeit unseren Spaß gehabt!

Am nächsten Morgen haben wir uns in aller Frühe auf den Weg gemacht und sind ans Meer gefahren. Wrightsville Beach ist ca. 10 Minuten von Wilminton entfernt und war proppenvoll, da viele Familien ihr Memorial-Day-Wochenende dort verbracht haben.

Wir hatten einen superschönen Tag am Strand. Hab mir allerdings auch nen superschönen Sonnenbrand geholt. Was lernt man daraus: Rückseite beim cremen nicht vergessen!

Auf dem Rückweg sind wir nochmal schnell durch Wilminton gedüst...

... und haben (mal wieder) eine Kriegsschiff angeschaut (von außen).


An Tagen wie diesen bin ich einfach nur total happy darüber, dass ich die Entscheidung getroffen habe, mein Jahr hier zu verbringen. Ich erlebe hier so viele tolle Dinge zusammen mit so tollen Menschen. Jetzt bin ich zu Hause in Cary, habe Urlaub und kann mich in aller Ruhe entspannen und den Dingen widmen, für die ich sonst keine Zeit finde. Life is good!