Sonntag, 12. Februar 2012

Eine Woche mit Höhen und Tiefen

Liebe Leute, wo soll ich nur anfangen? Hier passiert jeden Tag so viel und am liebsten möchte ich euch an allem teilhaben lassen! Oft sind es nur Kleinigkeiten und viel vergesse ich wieder, bevor es den Weg in den Blog schafft. Heute ich mal tageweise vorgehen und euch anhand von Fotos erzählen, was ich so erlebt habe.

Samstag:
Da meine Vorgängerin Josi nun wieder nach Deutschland zurückgereist ist, bin ich nun vom Gästezimmer in mein permanentes Zimmer umgezogen. Es ist sehr groß und etwas leer aber ich habe es mir so wohnlich wie möglich eingerichtet. Ich habe ein eigenes Bad und einen begehbaren Kleiderschrank. Das hört sich spektakulär an, aber wirklich JEDES Zimmer hat hier ein eigenes Bad und einen begehbaren Kleiderschrank (auch die Kinderzimmer). Aber schön ist es trotzdem :)

Mein Bad
Mein Bett - natürlich darf mein Fell genauso wenig fehlen, wie Familienfotos
Meine wichtigsten "Möbelstücke": Fernseher und Laptop
Samstag abend:
Am  Abend war ich bei einem befreundeten AuPair zu einer "Pyjama-Party" eingeladen. Annikas Gasteltern waren verreist, daher hatten wir das riesen Haus für uns. Ich habe mich 10 Jahre zurück versetzt gefühlt. Wir haben Pizza bestellt, Filme geguckt und "Never have I ever" gespielt. Annikas Gast"kind" ist 15 Jahre alt und schwul und hat den Abend mit uns Mädels verbracht. Ich sag´s euch - herrlich dieser Typ! Selten hab ich so gelacht.
Amerikanische Pizza

Illustre Runde in Annikas Basement ("Keller"), wo wir alle übernachtet haben

Sonntag:
Am Sonntag hatte ich mein erstes AuPair-Treffen mit meiner Community Counselerin (meiner Betreuerin der Agentur vor Ort) und anderen AuPairs aus meiner Gegend. Wir haben uns im IHOP (International House of Pancakes) zum Frühstück getroffen. Abends hieß es dann: Super-Bowl Night! Ich war auf einer Superbowl-Party eingeladen, die eine Gruppe von der Kirche in einem Barbecue-Restaurant ausgerichtet hat. Es gab Essen und Trinken UMSONST und jeder hat Nachtisch mitgebracht. Gespielt haben übrigens die Patriots gegen die Giants. Das einzig Blöde an dem Abend - eigentlich hat sich überhaupt niemand das Spiel angesehen. Es steht wohl eher der soziale Aspekt des Events im Vordergrund...
Frühstück auf die amerikanische Art. Für mich gab´s Blueberry-Pancakes, Rührei mit Bacon und Hash Browns (vergleichbar mit einem Kartoffelpuffer)

Superbowl-Torte

Auf der Leinwand war das Spiel zu verfolgen - was kaum jemand getan hat. Ich habe immer noch keine Ahnung, wie Football funktioniert und wer gewonnen hat, habe ich auch schon wieder vergessen!

Sandra aus Schweden, Charlotte aus Australien und ich. Es gibt übrigens überwiegend schwedische und deutsche AuPairs hier. Man nennt sie liebevoll die Sweets (Swedish) und die Germs (Germans), wobei Germs auf Deutsch sowas wie Keime oder Bakterien bedeutet - na wer hier beim Spitznamen die Nase vorn hat, dürfte damit klar sein...
 Montag:
Am Montag habe ich meinen ersten richtig schlechten Tag hier erlebt. Beim Ausparken am Kindergarten habe ich nach 5 Jahren unfallfreiem Fahren meinen ersten Unfall gebaut. Ich habe ein parkendes Auto angedötscht. Das Schlimmste war aber, dass mein Auto (also natürlich nicht meins, sondern das meiner Hostmum) eine Beule an der Stoßstange davon getragen hat. Meine Gastfamilie hat auf meine Beichte aber sehr nett reagiert und wir konnten alles klären. Ich muss - entgegen meiner Befürchtungen - nicht nach Deutschland zurück ;)

mein "Unfallopfer" - gottseidank nur ein paar Kratzer. Leider sah unser Auto schlimmer aus



 Dienstag:
Ich Tollpatsch bin in der Nacht aus dem Bett gefallen und habe mir das Knie verletzt. Resultat: Blaues Knie und zwei Tage humpeln. Ich muss mich wohl erst wieder an ein normal großes Bett gewöhnen.


Mittwoch:
Tine, ein befreundetes AuPair hat anlässlich ihres 21. Geburtstages zum Dinner eingeladen. Ich bin hier übrigens eindeutig eine der ältesten AuPairs, worüber sich die anderen auch immer gerne lustig machen. Tja, mir macht das Ganze aber überhaupt nichts aus. Ich genieße es, mal nicht - wie an der Uni - das Küken zu sein. Und außerdem darf ich in Clubs gehen und Bier in der Öffetnlichkeit trinken - wenn ich wollte.

Happy Birthday, Tine!
 Donnerstag:
War eher ein ereignisloser Tag. Ich probiere mich momentan noch durch´s Kursangebot im Gym. Diesmal habe ich einen Wassergymnastik-Kurs mitgemacht, der hauptsächlich von Schwangeren und stark Übergewichtigen besucht wurde. Als ich am abend zurück kam, habe ich gerade meine Hostmum getroffen, die von Einkaufen zurück kam. Hier kauft man eigentlich fast alles in riesigen Mengen ein, so wie wir das aus Deutschland nur aus dem Großhandel (z.B. Handelshof) kennen.

Wochenration Frühstücks-Zerealien...nein, kleiner Scherz...wohl eher ein Jahresvorrat
 Freitag:
Am Freitag (oder besser in der Nacht von Freitag auf Samstag) ist meine AuPair-Freundin Hilke 20 Jahre alt geworden. Ich habe Geburtstagsmuffins für sie gebacken - mit herrlich quitschesüßer Erdbeer-Glasur - und "Kräht der Hahn früh am Morgen" gesungen (Leider kenne ich nur die erste Strophe). Wir haben einen sehr spaßigen Abend zusammen verbracht!

Geburtstagsmuffins für Hilke

Rebecca rockt mit der Barbie-Guitar
 Samstag:
Am Samstag hatte ich das Bedürfnis, dem Vorort-Leben zu entfliehen und bin nach Raleigh-Downtown gefahren, was nur ca. 15 Autominuten von mir entfernt ist. Raleigh ist ein wirklich ganz bezauberndes Städtchen und außerdem die Hauptstadt von North Carolina. Es ist hier viel urbaner - es sind Menschen auf der Straße unterwegs, es gibt normale Geschäfte und Cafés, die zu keiner Kette gehören. Ich war richtig glücklich!
Links: Museum of Natural Science, Rechts: Museum of History (beide Museen sind umsonst)

Ja, auch wir haben eine Liberty-Bell (zugegeben nur eine Kopie...)

Capitol


Wahlkampagnen-Büro der Demokraten - dieses Jahr ist übrigens Election Year, d.h. der Präsident wird gewählt

Eine kleine Kunstgalerie - Raleigh hat mehr zu bieten, als ich dachte
 Sonntag:
Trotz für uns in NC eisigen Temperaturen hat uns der Sonnenschein am Sonntag nach draußen gelockt. Zusammen mit Hilke habe ich einen Ausflug nach Durham gemacht. Dort ist die Duke University, eine der teuersten Unis in den vereinigten Staaten. Es ist dort einfach sooo unfassbar schön! Anschließend sind wir noch zu einer deutschen Bäckerei mit Café gefahren, die auf den drolligen Namen Guglhupf getauft ist. Dort gibt es deutsches Brot - Juchu!!
Duke Gardens - eine traumhaftschöne gartenanlage, die zur Uni gehört. Wurde von jemandem Reichen irgendjemand anderen Reichen zu Ehren gestiftet


Campus der Duke University

Nein, das ist nicht Hogwarts, sondern nur ein Wohnhaus für Studenten


Camp Out auf dem Campus. Wir haben Studenten dort gefragt, warum sie dort zelten. Die Antwort: Schlange stehen für die Karten zu einem mega-wichtigen (College!-)Basketballspiel....Crazy!

Tja, sowas findet man an der Kölner Uni wohl eher nicht - höchstens ein Schild mit: Achtung! In diesem Hörsaal könnten Ihnen Lampen auf dem Kopf fallen!

Fecht-Halle

Football-Stadion der Duke Blue Devils

Ich würde hingehen - allein wegen der Liebe, die es umsonst gibt!
Das war meine Woche - und der Titel dieses Eintrags ist auch eher irreführend, denn eigentlich gab es deutlich mehr Höhen als Tiefen. Ich habe schon sehr viele Leute kennengelernt und bin, wie ihr ja lesen konntet, fast jeden abend unterwegs und nie zu Hause. Das ist auch sehr gut, denn so fällt man abends immer müde ins Bett und hat gar nicht so viel Zeit, über daheim nachzudenken. In Situationen, wie mit meinem kleinen Crash bin ich dann doch immer froh, dass ich Skype und Mama und Det habe, die mich schnell wieder aufbauen, wenn es mir mal nicht so gut geht! Danke <3

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